Gespeicherte Posts und ihre Vorteile

Dass man Beiträge bei Instagram jetzt auch speichern kann, ist vielen vermutlich gar nicht aufgefallen. Unaufgeregt wartet das kleine Lesezeichen unter jedem Post darauf, angetippt zu werden. In der Regel sind wir aber alle dessen schuldig, Beiträge nur zu liken und dann wieder zu verschwinden.

Schade, denn: Schon jetzt nimmt das kleine, unscheinbare Lesezeichen seine Rache. Während das Team von Instagram darüber grübelt, ob Likes nicht doch zu sehr auf’s Gemüt schlagen und eine Welt ohne sie vielleicht besser wäre, fließen Deine gespeicherten Posts bereits in Deine Engagement Rate.

Im folgenden Artikel wollen wir der Bookmark-Funktion Instagrams die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die ihr schon seit 2016 gebührt.

 

Ja, man kann Posts bei Instagram speichern – Saved Posts und ihre Vorteile

Nein, so neu ist die Funktion tatsächlich nicht. Schon seit knapp drei Jahren sind wir alle nicht mehr gezwungen, mit schlechtem Gewissen im Bauch heimliche Screenshots von Beiträgen zu machen, die wir uns merken wollen. Statt als wildes Sammelsurium in der Camera Roll können wir unsere liebgewonnenen Instagram-Posts jetzt in unserem Profil speichern.

Das Beste: Niemand sieht unsere Kollektion, weder unsere Follower noch der Ersteller des Posts. Lediglich falls der Verfasser des Beitrags nach dessen Insights schaut, verrät eine Zahl über dem Bookmark-Symbol, wie häufig der Beitrag gespeichert worden ist. Somit ist es beispielsweise Künstlern möglich, sich interessante Gesichter anonym und unkompliziert als Zeichenvorlage zu speichern.

Seit kurzem ist diese unterbewertete Möglichkeit tatsächlich noch verbessert worden: Ähnlich der Online-Pinnwand Pinterest lässt sich die Anhäufung gespeicherter Beiträge sogar in Kategorien sortieren. Wenn Du beispielsweise nicht mehr nach dem Screenshot von einem Kuchen-Rezept suchen möchtest, nachdem er in den 200 Bildern eines langen Selfie-Abends verschwunden ist, wird Dich diese Nachricht vermutlich sehr freuen.

Generell sorgt diese schön geordnete Art und Weise, sich an tolle Beiträge zu erinnern, für ein ganz anderes Gefühl bei der Nutzung des beliebten Netzwerks. Nun, wo der Reiz der Kurzfristigkeit noch ein Stückchen weiter Snapchat überlassen wurde, ist der Druck, gute Beiträge zu posten, natürlich umso höher.

Der Instagram-Algorithmus und die Saved Posts  

Obwohl Instagram seinen Algorithmus angeblich zugunsten des Nutzers ausrichtet, sodass diesem nur relevante Posts angezeigt werden sollen, ist nicht jeder ein Freund von der chronologisch ungeordneten Willkür, die mittlerweile die Timeline beherrscht.

Beiträge, mit denen häufig interagiert wird, haben im Hinblick auf die Sichtbarkeit Vorrang – wovon selbstverständlich am stärksten ohnehin schon bekannte Influencer und große Unternehmen profitieren.

Der inflationäre Gebrauch von Likes, der auf der Plattform vorherrscht, hat die Gewichtung des Algorithmus zu den Kommentaren verschoben; ein vieldiskutierter Beitrag gelangt auf diese Weise zu einer größeren Reichweite als ein Foto, das zwar mit vielen Likes, aber keinerlei Meinungen auftrumpft.

Nun soll das Speichern von Beiträgen das Sagen haben: Wenn jemand einen Beitrag für später abspeichert, bedeutet das für Instagram Quality Content. Schließlich scheint der Post interessant genug zu sein, damit ihn jemand auch nach ein paar Wochen noch einmal sehen möchte. Vielleicht hast Du schon beobachtet, dass sich Beiträge, die eine Galerie enthalten, in letzter Zeit häufen.

Insbesondere die Beiträge, deren erstes Bild ein gewöhnlicher Instagram-Post, die darauffolgenden Bilder aber Memes, Videos oder ähnlich beliebter Content sind, begegnen uns auf der Plattform immer häufiger. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Viele größere Accounts haben den Wert gespeicherter Beiträge schon erkannt.

Wie werden Beiträge „speicherbar“?

`Zugegeben: Der Gedanke, dass die eigenen Fotos von fremden Personen vollständig anonym gespeichert werden können, ist komisch. Arbeitet man jedoch händeringend an der eigenen Influencer-Karriere, steht im Jahre 2019 definitiv die Frage im Raum, wie man Beiträge so gestaltet, dass sie von anderen gespeichert werden. Genug mit „insta-worthy“, ab sofort sollen Beiträge „saveable“ sein!

Insgesamt steckt dahinter dieselbe schwarze Magie, wie sie Dir schon aus sozialen Netzwerken bekannt ist: Du musst Dich einfach in die Lage Deiner Follower hineinversetzen. Besonders schwer ist das nicht; zumindest, wenn man selbst nicht nur Content Creator, sondern eben auch ganz normaler Benutzer ist. Überlege dir, welche Beiträge Du selbst abspeichern würdest.

Ein gewöhnliches Bild von einem Sonnenuntergang vermutlich eher nicht – auch, wenn es ein wirklich schönes Bild ist. Gespeichert werden vorrangig Beiträge, deren Wert über das Visuelle hinausgeht. Der optische Stimulus reizt uns bei einem zweiten Wiedersehen kaum noch. Information allerdings schon. Rezepte, Fun Facts und ähnliche „wiederverwendbare“ Beiträge eignen sich hervorragend dazu, den Weg in die Kollektion eines anderen Users zu finden. Auch motivierende Sprüche oder Zitate, die man immer wieder lesen möchte, sind eine gute Wahl.

Ein besonderer Trick kann die Nutzung von konkreten Daten sein, die für einen längeren Zeitraum gelten – Konzertdaten etwa. Dass sich jemand ein viel späteres Datum im Kopf vormerkt, ist ungewöhnlich. Dies geschieht bestenfalls bei der absoluten Lieblingsband, deren Konzert man jeden Tag entgegenfiebert. Auflistungen von Konzertterminen, Serienstarts oder ähnlichen interessanten Dingen, die erst viel später relevant sind, haben somit ein sehr hohes Speicherpotential.