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Markennavigation bei Google Maps

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Neutrale Navigation?

Sowohl als Suchmaschine als auch als Routendienst nimmt Google eine überragende Stellung ein. Eine kleine Änderung, die die Navigationssoftware Google Maps heimgesucht hat, gibt jedoch – erneut – Anlass zur Sorge. Denn ab sofort nennt Google Maps auch Marken à la Burger King & Co., um seine Nutzer sicher, eventuell aber auch manipulierend, ans Ziel zu führen.

Google Maps sagt Marken an

Kaum ein anderes Unternehmen weiß so viel über uns, wie es der hiesige Google-Konzern tut. Nicht zuletzt die gespeicherten Suchanfragen, mit der wir alltäglich die Suchmaschine füttern, erlauben es dem Global Player aus Übersee, umfangreiche Nutzerprofile zu erstellen. Zudem bestehen schon lange Zweifel, inwieweit Google lediglich der Aufklärung dient. Denn durch das Auflisten der Suchtreffer bei der Online-Suche beispielsweise scheinen zahlungskräftige Anbieter bevorzugt zu werden und in den Top-Rankings oberhalb der Konkurrenz aufzutauchen. Ähnliches könnte nun auch für die Navigation per Google Maps gelten: Google Maps sagt Marken ab sofort während der Wegbeschreibung via Smartphone, Tablet und Smartwatch an. Dies gibt zumindest ein Post einer Redakteurin von TechCrunch wieder: Megan Rose Dickey veröffentlichte vor wenigen Tagen einen Screenshot, auf dem Google Maps Marken beziehungsweise Geschäfte während der Navigation aufruft. So wird der Redakteurin empfohlen, dass sie rechts hinter dem Möbelhaus „Room & Board“ abbiegen solle, um anschließend an „Burger King“ vorbeizufahren und letztendlich nach der „Apotheke“ links abbiegen solle. Dickey zufolge rufe Google Maps Marken auch während der Navigation aus: Ähnlich wie Straßennamen und öffentliche Plätze scheinen nun auch hiesige Konzerne wie eben Fast-Food-Ketten und Einrichtungshäuser den Weg in Google Maps Sprachvokabular geschafft zu haben.

Bisher nennt Google Maps Marken nur in den USA

Neben diesem ersten Hin- beziehungsweise Nachweis, dass und wie Google Maps Marken in die Routenplanung einbezieht, gibt es mittlerweile auch eine Stellungnahme aus dem Hause Google: Man prüfe zurzeit, inwieweit sich Namen bekannter Hersteller und Dienstleister sinnvoll in die Kartensoftware integrieren ließen, verkündete ein Sprecher aus Mountain View, dem Herzen des Google-Imperiums. Für die hiesige Netzgemeinde bedeutet dies, dass es keineswegs gewiss ist, ob uns Google Maps Marken demnächst wortwörtlich ins Gedächtnis ruft und zu unterbewussten Handlungen verführt. Der spontane Snack bei Burger King auf Geheiß der Suchmaschine könnte manch einem manipulierbaren Maps-Nutzer allerdings durchaus das eine oder andere Extrapfündchen auf die Rippen bringen. Dennoch sollten wir nicht vergessen: Wenn Google Maps Marken nennt, bekommt der Mensch von heute lediglich eine kleine Schüppe medialer Angebote „oben drauf“. Die verführerische Navigation dürfte schon bald als Spam-Mail 2.0 ausgefiltert werden – entweder durch den eigenen Verstand oder mit der passenden App. Und: Google Maps sagt Marken derweil lediglich in den USA an. Ob, und wann das Update auch hierzulande greift, steht noch nicht fest.

2018-09-20T11:54:04+00:00