Nicht selten haben Webseitenbetreiber schon bei der Planung ihrer Homepage bestimmte Begriffe im Kopf, unter welchen sie gesucht werden möchten.

Problematisch ist aber, dass es häufig innerhalb einer Branche dieselben sind: Manche Keywords sind aufgrund ihres hohen Suchvolumens stark umkämpft – sich hier den ersten Platz in den organischen Suchergebnissen zu sichern, bleibt für viele Webmaster ein Traum.

Das bedeutet aber nicht, dass Du das Thema Suchmaschinenoptimierung links liegen lassen solltest. Mit einer sorgfältigen Keyword-Recherche erschließen sich für deine Webseite ungeahnte Potentiale. In diesem Artikel erklären wir Dir die Grundlagen, die Du kennen solltest, um die organischen Suchergebnisse möglichst raffiniert für Dich auszuspielen.

Sind Keywords wirklich so wichtig?

Auch, wenn Suchmaschinen immer intelligenter werden und eine besonders häufige Verwendung eines Keywords nicht mehr automatisch für Erfolg sorgt – doch ist nicht von der Hand zu weisen, dass Google seine Lieblinge bis dato textbasiert aussucht.

Obwohl auch der Einsatz von verschiedenen Medien wie Bildern, Videos und Co. immer mehr an Bedeutung gewinnt, sind die eingepflegten Texte auf einer Webseite entscheidend für die thematische Eingrenzung. Doch lässt sich mittlerweile erahnen, dass nicht nur das exakte Schlagwort relevant für die Positionierung ist.

Stattdessen werden auch Abwandlungen eines Wortes, verschiedene Satzstellungen und Synonyme in Betracht gezogen. Wird eine gewissen Keyworddichte durch themenverwandte Begriffe gestützt, scheint die Seite für Suchmaschinen umso attraktiver zu werden.

Allerdings kann die Verwendung bestimmter Keywords auch im Hinblick auf die Interaktion mit dem Nutzer vorteilhaft – ja, sogar essentiell sein. Feine Unterschiede in den Suchanfragen können Webseitenbetreibern nämlich die Absicht des Nutzers verraten.

Ein beliebtes Beispiel hierfür sind etwa Anfragen mit regionalem Bezug. Mittlerweile gibt es das Internet schon so lange, dass sich die meisten Menschen eine Art Instinkt angeeignet haben, was das Stellen von Suchanfragen angeht.

Wird nach einem allgemeinen Keyword gesucht, möchten sich die Nutzer in der Regel grob informieren. Ein Mensch, der zum Beispiel nach dem Begriff „Kürschner“ sucht, hat dieses Wort wahrscheinlich irgendwo aufgeschnappt und möchte jetzt herausfinden, was es bedeutet.

Wer nach „Kürschner Essen“ sucht, möchte keine Definition finden, sondern jemanden, der einen Pelzmantel retten kann. Im Fachjargon werden diese beiden Arten der Suchanfragen „informationelle Suchanfrage“ und „transaktionelle Suchanfrage genannt“.

Bei Letzterer suggeriert das Keyword in Verbindung mit einem Ort eine konkrete Kaufabsicht. Die dritte Art von Anfrage, die sich in der Welt der Suchmaschinenoptimierung unterschieden lässt, ist die sogenannte navigationale Suchanfrage.

Hierbei wird nach einer speziellen Unterseite einer Webseite gesucht – etwa dem Blog einer SEO-Agentur –, woraus sich schließen lässt, dass der Nutzer die Seite an sich schon kennt. Spezifizierungen dieser Art finden sich bei der Suchmaschinennutzung zuhauf. Aus diesem Grund sollten Keywords auch explizit nach der gewünschten Interaktion des Nutzers gewählt werden – ob Information, Kauf, Miete etc.

Nischenkeywords: Dein eigenes kleines Paradies

Apropos spezifisch: Genau an dieser Stelle werden sogenannte Nischenkeywords wichtig. Hierbei handelt es sich um Schlagwörter, die zwar ein geringeres Suchvolumen haben, dafür aber auch weniger umkämpft sind.

Aus diesem Grund ist es relativ leicht, ein gutes Ranking für Suchbegriffe dieser Art zu erzielen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Nischenkeywords zumeist sehr präzise sind – so kannst Du Dir bei Deinen Besuchern beinahe sicher sein, dass sie genau das gefunden haben, wonach sie suchten.

Ein naher Verwandter der Nischenkeywords sind die sogenannten Longtail Keywords. Auch diese Suchwörter sind ziemlich klar definiert, allerdings ist ihr distinktives Merkmal, dass sie sich aus mehreren Wörtern zusammensetzen. Hierbei gilt der gleiche Vorteil wie auch bei den übrigen Nischenkeywords: Wenn möglichst viele der gesuchten Wörter (oder gar die exakte Phrase) im Suchergebnis auftauchen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um das relevanteste Ergebnis. Für die Webseite bedeutet dies eine gute Chance auf eine Conversion! Im Kontrast dazu stehen die kurzen Keywords, welche in der Regel die Aussicht, Leads zu generieren, aufgrund ihrer geringen Aussagekraft von vornherein ausschließen.

Professionelle Unterstützung: Besser recherchieren dank spezieller Keyword-Tools

Viele Aspekte der Suchmaschinenoptimierung bauen auf der Vorhersage des Nutzerverhaltens auf. Doch musst Du weder einen Gedankenleser engagieren noch versuchen, selbst in die Köpfe der Suchmaschinennutzer zu blicken.

Die Datensätze, die Optimierern zur Verfügung stehen, sind wahnsinnig umfangreich – was jedoch auch ein Problem darstellen kann. Die manuelle Auswertung der Daten würde Dich vermutlich deutlich mehr Zeit kosten, als Du für Deine Suchmaschinenoptimierung einplanen möchtest.

Aus diesem Grund ist es hilfreich, diese Aufgabe einem darauf spezialisierten Keyword-Tool zu hinterlassen. Viele von ihnen sind kostenlos, weshalb das Budget nicht zusätzlich belastet wird. Keyword-Tools können etwa helfen, relevante Keywords für Deine Seite ausfindig zu machen und versorgen Dich gleichzeitig mit wertvollen Statistiken rund um den jeweiligen Suchbegriff.

Dies können beispielsweise verwandte Suchbegriffe, Zahlen zur Konkurrenz, zum Suchvolumen oder auch hilfreiche Kombinationen aus verschiedenen Keywords sein.

Zu den bekanntesten Hilfsmitteln für Suchmaschinenoptimierer zählen die Google-Tools Keyword-Planner, Trends wie auch die Analysefunktion der hauseigenen Webmaster Tools.

Zudem gibt es Tools wie Keyword.io und Ubersuggest, die mit der Vorschlag-Funktion der Suchmaschine arbeiten und aus diesen suggerierten Begriffen und Phrasen interessante Keywords herausfiltern. Doch hilft am Ende auch die gute, alte Assoziationskette: Mithilfe von Synonymwörterbüchern im Netz oder speziellen Assoziations-Werkzeugen lassen sich verwandte Begriffe ganz leicht ausmachen.

Never change a running system – oder doch?

Nach all den Strapazen dürfte sich am Ende eine vorzeigbare Liste aus Keywords ergeben, die vielleicht sogar schon gute Ergebnisse erzielt. Damit wäre doch die ganze Arbeit getan, oder?

Jein. Selbstverständlich ist es schön, wenn man über Jahre hinweg an der Spitze für ein bestimmtes Keyword bleibt. Doch lässt sich dies nicht garantieren.

Die Keyword-Recherche ist kein abschließbares Projekt, sondern sollte eng verbunden mit dem regelmäßigen Monitoring Deiner Webseite stattfinden. Keywords sind flexibel, manchmal lassen sich Veränderungen bereits innerhalb von kürzester Zeit erkennen.

So kann es natürlich passieren, dass ein Synonym für Dein Keyword plötzlich häufiger gesucht wird. Auch ist es notwendig, Inhalte immer wieder zu überprüfen und neu aufzuwerten, damit sie interessant für die Suchmaschine bleiben. Der Anspruch von Google und allen Alternativen ist stets, dem Nutzer möglichst relevante Ergebnisse zu präsentieren.

Je umfangreicher und detailgetreuer Inhalte also sind, desto größer ist auch ihre Chance auf ein digitales Stück vom Kuchen. Dies ist gleichzeitig der Grund, weshalb die Algorithmen der Suchmaschinen am laufenden Band verfeinert werden.

Diese Updates können sich ebenso auf die Relevanz Deiner Keywords auswirken. Selbst, wenn Du die Liste mit Keywords seit Monaten nicht abgeändert hast, solltest Du stets kontrollieren, ob andere Suchbegriffe nicht vorteilhafter für dich sind.

Do’s & Don’ts bei der Keyword-Recherche

Wie bei fast allen anderen Dinge im Leben, liegt es schlussendlich bei Dir, wie Deine Herangehensweise an die Keyword-Recherche aussehen wird. Doch möchten wir Dir trotzdem ein paar allgemeine Tipps ans Herz legen.

Do:

  • Keywords regelmäßig recherchieren
  • Den Fokus auf lange Keywords setzen
  • Sich von Tools helfen lassen
  • Mit Synonymen und themenverwandten Begriffen experimentieren
  • In die Zielgruppe hineinversetzen

Don’t:

  • Keywords zu häufig verwenden
  • Keywords nicht grammatikalisch anpassen
  • Nur auf Ein-Wort-Keywords beschränken
  • Auf eine vorgefertigte Keyword-Liste vertrauen