Eine Top-Platzierung oberhalb der SERPs ist nicht nur im Kontext der Keyword-Suche wertvoll, sondern auch für Google AdWords Kampagnen immens wichtig. Denn auch hier gilt: Wer oben zu sehen ist, wird mehr geklickt.

Deshalb haben Werbeanzeigen einen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg einer Firma. Bei der Anzeigenschaltung muss man jedoch geschickt handeln, um beispielsweise nicht zu viel Budget einzusetzen oder Anzeigen für Keywords zu schalten, die schlecht performen.

Die Lösung dafür können spezielle Skripte liefern. Im folgenden Artikel soll kurz erklärt werden, was ein Skript ist, wie es funktioniert und welche fünf Skripte euren Kampagnen zu mehr Erfolg verhelfen!

Smarte Steuerung der Kampagnen dank Skripten

Skripte für Google Ads werden seit 2012 eingesetzt und sorgen hauptsächlich dafür, dass die eigenen Kampagnen mit automatisierten Aufgaben ausgeführt werden können. Automatisierung bedeutet hierbei aber nicht, dass die manuelle Arbeit wegfällt.

Die Kampagnen muss man natürlich selber aufsetzen und auch permanent kontrollieren. Doch können Skripte dabei helfen: Sie erleichtern schlichtweg die Arbeit. Das ist vor allem wertvoll, wenn ihr mehrere Konten verwaltet. Grundlegend kann man die Skripte in vier Kategorien einteilen: Reports, Bidding, Tools und Alerts.

Manche Skripte erstellen zum Beispiel Berichte zu der Performance von einzelnen Keywords in Anzeigen, andere wiederum senden eine Warnung, wenn eine Landing Page nicht mehr funktioniert. Damit ihr die Informationen, die euch ein Skript liefert, auch interpretieren und entsprechend reagieren könnt, ist es nur hilfreich, dass die Datenquellen an weitere Google Dienste wie Spreadsheets oder Drive anknüpfen. So lassen sich die Reports etwa schön übersichtlich in Tabellen darstellen.
Im Mittelpunkt der Skripte steht der Code. Dieser ist das Herzstück eines jeden Skripts. Mit diesem funktioniert das Skript überhaupt erst und kann entsprechende Befehle ausführen. Der Code läuft dabei wie eine „Wenn-Dann“-Regel ab. So lassen sich spezifische Bedingungen beziehungsweise Werte zu Geboten, Linkprüfungen oder auch Berichten festlegen.

Werden diese jedoch übertreten, so erhaltet ihr Warnungen, einen Report oder es werden Gebotsanpassungen vorgenommen. Auch wenn ihr kein Experte auf dem Gebiet Programmierung seid und damit womöglich noch nie zu tun hattet, ist es kein Hexenwerk, sich ein paar nützliche Skripte anzueignen. Was jedoch nicht schadet, ist, wenn ihr die grundlegenden Bestandteile des Skripts in seinen Grundzügen versteht.

Ein Skript funktioniert prinzipiell wie eine Funktion

Der Code eines jeweiligen Skripts kann als Anleitung verstanden werden, was das Skript tun soll. Was soll analysiert werden? Welche Eingrenzungen sollen gelten? Wozu soll ein Bericht erstellt werden? Alle diese Anweisungen lassen sich präzise programmieren. Ein Skript läuft dabei wie eine mathematische Funktion ab.

Mehrere Zeilen an Code werden vom Skript Stück für Stück durchgegangen und die Befehle umgesetzt. Der Code an sich setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Angefangen bei den Objekten, kann man hier vor allem AdWords-App hervorheben. Ohne diese würde das Skript überhaupt keine Informationen aus dem Code ziehen können. Dabei handelt es sich gewissermaßen um den Rahmen.

Diese Objekte tragen verschiedene Entitäten. Das können beispielsweise einzelne Kampagnen sein, Gruppen von Anzeigen, Keywords oder auch Budgets. Weiterhin gibt es Selektoren. Wie der Name bereits vermuten lässt, dienen sie der Selektion spezifischer Informationen. Sie geben die Kriterien für die Entitäten vor.

So lässt sich zum Beispiel mittels eines Selektors der Befehl „withLimit (50)“ festlegen, wobei sich der Wert 50 auf die Anzahl der Konten (die hier die Entität darstellen) beziehen könnte. Ihr gebt somit den simplen Befehl, dass das Skript nur 50 Konten für die Analyse miteinbeziehen soll. Zudem gibt es noch die Methoden. Einfach gesagt dienen sie dazu, dass das Skript bestimmte Aktionen durchführt. Konkreter gesagt: Der Befehl „getStatsfor Last_Month“ gibt nur Leistungswerte des vergangenen Monats aus. So lassen sich weitere präzise Eingrenzungen vornehmen.

Mit diesen einzelnen Bestandteilen wird also die Funktionsweise des Skripts gewährleistet. Doch was macht ein Skript in der Praxis?

5 nützliche Skripts für die Adwords Kampagne

  1. Search Query Mining Tool

Dieses Skript soll die Keywords einer Anzeigenkampagne optimieren. Dabei geht es darum, die einzelnen Bestandteile einer Suchanfrage in dessen Einzelteile zu zerlegen. Das Skript prüft, welche Wörterinnerhalb einer Suchanfrage vorkommen wie auch deren Häufigkeit.

So wird erhoben, ob bestimmte Kombinationen aus Wörtern in mehreren Suchanfragen vorkommen. Mithilfe des Skripts kann man also herausfinden, wie häufig bestimmte Begriffspaare in unterschiedlichen Suchanfragen gesucht werden. Diese Informationen können Gold wert sein, da man so gezielt die eigenen Anzeigen optimieren kann, indem man entsprechende Keywords integriert oder auslässt.

Mit der Optimierung kann man dadurch vor allem die Conversion-Rate beeinflussen. Präzisere Anzeigen steigern schließlich die Sichtbarkeit. Wenn man durch das Skript beispielsweise herausfindet, dass Suchanfrage nach einem Shopping-Produkt (beispielsweise nach Schuhen) sich häufig aus drei bis vier Wörtern zusammensetzen, wobei der Markenname oder die Farbe eines Produkts häufig vorkommt, dann lohnt es sich, die eigene Anzeigenstruktur so zu überarbeiten, dass die entsprechenden Begriffe darin vorkommen.

Bei Shopping-Produkten enthalten die Suchanfragen häufig auch den Begriff „günstig“. Somit kann es sich auch lohnen, diesen mit in die eigene Anzeige zu integrieren. Je besser die Informationen einer Anzeige zur Suchanfrage passen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit weit oben auch geklickt zu werden. Das Search Query Mining Tool ist somit auch ein wunderbares Werkzeug, um das Budget sinnvoll einzusetzen. Denn mit dem Skript findet ihr schnell heraus, welche Wortkombinationen kaum Conversions erzielen und deshalb weniger Budget erhalten sollten.

  1. Linkchecker

Dieses Skript schützt euch vor der Gefahr fehlerhafter URLs. Diese können sich immer mal ändern, vor allem im Bereich des E-Commerce, wenn bestimmte Produkte beispielsweise nicht mehr verfügbar sind. Ein 404 Fehler der entsprechenden Landing Page ist dann das Resultat.

Um das zu beheben, prüft der Linkchecker jedes einzelne Element einer URL. Also zum Beispiel, welche Anzeigen die URL ausgeben. Wenn hierbei festgestellt wird, dass eine bestimmte Landing Page nicht mehr erreichbar ist, wird direkt eine Benachrichtigung gesendet. So könnt ihr schnell reagieren und die Anzeigen entsprechend anpassen.

Wichtig hierbei ist insbesondere, dass die Prüfung auf „stündlich“ gesetzt wird. Denn bei großen Konten schafft es das Skript oftmals nicht, alle URLs innerhalb eines Durchgangs zu überprüfen. Die restlichen URLs würden dann erst beim nächsten Mal geprüft werden. Wenn der Zeitraum jedoch zu groß gewählt wird, bekäme man erst später mit, wenn URLs nicht mehr funktionieren.

Den fertigen Report sendet das Skript direkt an das verknüpfte Spreadsheet, sodass sich die Ergebnisse übersichtlich darstellen lassen. Der Linkchecker ist also sehr gut geeignet, um zu vermeiden, dass Anzeigen, die nicht funktionieren, unentdeckt bleiben.

  1. Gurkenfinder

Der Name des Skripts bringt dessen Funktion schon treffend auf den Punkt: Es siebt die sprichwörtlichen Gurken aus – also jene Keywords einer AdWords Kampagne, die schlecht performen, sodass diese dann vorzeitig gestoppt werden können.

Doch was heißt schlecht? Das könnt ihr selbst festlegen, anhand von KPIs wie der Anzahl an Conversions oder den CPC. Hierbei müsst ihr lediglich Grenzwerte festlegen. Eine erste Grenze setzt ihr für den Wert, ab wann ihr über eine schlechte Performance informiert werden wollt. Eine zweite Grenze bezieht sich auf den Wert, ab wann ein Keyword, mit schlechter Performance, automatisch pausiert werden soll.

Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Wenn ihr nicht wollt, dass Keywords automatisch stoppen, dann könnt ihr den zweiten Wert einfach auf einen absolut utopischen Wert setzten, der sowieso nie erreicht wird. Abschließend müsst ihr nur noch festlegen, welchen Zeitraum das Skript betrachten soll.

  1. Weather-based Campaign Management

Dieses Skript bezieht sich auf die Anpassung von Geboten und zählt deshalb zur Kategorie der Bidding-Skripte. Durch das Tool könnt ihr Gebote anpassen basierend auf der aktuellen Wetterlage sowie der geographischen Position. Nützlich ist das vor allem, da eine manuelle Anpassung einzelner Gebote viel zu aufwendig wäre.

Da sich das Wetter innerhalb weniger Tage ändert, müsste man also regelmäßig für alle Kampagnen die Änderungen eintragen. Das Skript ist somit ideal geeignet für Produkte, die wetterabhängig sind. Dabei handelt sich meistens um saisonale Produkte wie Scheibenenteiser, Winterreifen oder Sonnencreme.

So kann man zum Beispiel Folgendes festlegen: Wenn die Temperatur in Dortmund unter 0 Grad fällt, dann sollen die Gebote für Scheibenenteiser um 15% angehoben werden. So erlaubt das Skript einen smarten Umgang mit dem Budget.

  1. Quality Score Tracker

Qualitätskontrolle ist wichtig. Um eine schlechte Performance zu vermeiden, gibt es den sogenannten Quality Score Tracker. Dieser kontrolliert den Wert eurer Konten einmal pro Tag. So könnt ihr nachvollziehenden, wie sich der Qualitätsfaktor zeitlich entwickelt.

Einen wahren Mehrwert liefert das Skript jedoch bei den Keywords. Denn der Qualitätsfaktor wird für die einzelnen Suchbegriffe ausgegeben. So lassen sich auch auf dieser Ebene Änderungen schnell identifizieren und Anpassungen können vorgenommen werden

Abschließend gilt: Skripte sind eine nützliche Hilfe, wiederkehrende Vorgänge zu automatisieren und sich dadurch auf das Kerngeschäft zu fokussieren. Auch wenn die Skripte automatisch ablaufen behaltet ihr als Anwender immer noch die Kontrolle, da ihr die Werte manuell festlegen könnt. Somit lassen sich eure Google AdWords Kampagnen zielgerichteter steuern.