Mit ein paar Tipps zu einer kleineren Bounce Rate

Manchmal kann es schön sein, Dinge wachsen zu sehen.

Das wissen zum Beispiel Gärtner, Eltern und auch Marketer ganz genau – letztere freuen sich oft über hohe Zahlen bei Google Analytics.

Dass diese aber nicht immer Gutes bedeuten, demonstriert die Bounce Rate hervorragend: Sie zeigt an, wie viele Besucher Deine Landing Pages verlassen, ohne in irgendeiner Weise mit ihnen zu interagieren. Sie „springen ab“.

Für deine Conversion Rate ist das natürlich eine Katastrophe – schließlich handelt es sich hierbei um ein Nümmerchen, das jeder SEO-Marketer steigen sehen möchte.

Gleichzeitig wirkt sich eine hohe Bounce Rate auf Deine Positionierung bei Google aus: Wenn die Bounce Rate den Anschein macht, als würden Deine Besucher Dich fluchtartig verlassen, wird auch Google skeptisch. Zum Glück ist die Absprungrate kein Kind; ihr musst Du nicht tatenlos beim Wachsen zusehen, sondern kannst mit ein paar Tricks dafür sorgen, dass sie klein bleibt.

Doch gilt es zunächst, herauszufinden, warum Deine Seite so häufig vorzeitig geschlossen wird. Für mögliche Gründe und mögliche Lösungen kannst Du einfach hier weiterlesen.

Der erste Eindruck zählt – Probleme mit dem Layout

Mittlerweile ist zu dem Großteil der Internet-Nutzer vorgedrungen, dass nicht jeder im Internet nur Gutes möchte. Unseriöse und betrügerische Seiten verraten sich häufig allein schon durch ihr schlechtes, liebloses Layout.

Insbesondere, da das Gestalten von Webseiten dank verschiedener Dienste immer leichter wird, ist ein unseriöses Aussehen ein großes Manko. Manchmal reicht es schon, kleine Dinge zu ändern: So sieht eine Seite beispielsweise schon viel freundlicher aus, wenn Du schöne Bilder einfügst.

Diese musst Du dank vieler kostenloser Bilddatenbanken nicht einmal selbst schießen. Auch wilde, irritierende Farben oder allgemein schlecht lesbare Texte schrecken ab. Wenn Du also schon einmal dabei bist, solltest Du Dein Layout auf Herz und Nieren prüfen.

Und es dreht sich und dreht sich – Pagespeed optimieren

Dass die Aufmerksamkeitsspanne des durchschnittlichen Internet-Users nicht besonders groß ist, ist Fakt. Informationen stehen für gewöhnlich binnen eines Augenblicks bereit.

Sollte sich also jemand auf Deine Webseite verirren und muss mehrere Sekunden oder gar Minuten warten, bis sie sich überhaupt zeigt, ist das kein gutes Zeichen. Natürlich ist die Motivation eher niedrig, weitere Unterseiten zu besuchen, wenn schon die Startseite sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat.

In einem solchen Fall ist es sehr verlockend, die Seite zu schließen und sein Glück anderswo zu wagen. Wie sagt man so schön – Zeit ist Geld! In Sachen Online-Marketing sogar wortwörtlich. Deshalb ist es an dieser Stelle angeraten, herauszufinden, wo die lange Wartezeit herrührt. Vielleicht reicht es schon, ein paar Bilder zu verkleinern oder die Anzahl der 301-Weiterleitungen zu verringern.

Für die Auswertung der Pagespeed gibt Dir Google selbst ein hilfreiches und kostenloses Tool an die Hand – Pagespeed Insights kann sowohl für Destkop als auch für Mobile genutzt werden.

Veralteter Content und falsche Informationen

Natürlich ist es nicht nur wichtig, wie Deine Webseite aussieht und wie lange sie lädt. Auch sollten ihre Inhalte stimmen.

Wenn der User schon auf den ersten Blick erkennen kann, dass ihre Inhalte veraltet sind (beispielsweise, weil der Startseiten-Text über ein Ereignis aus 2013 berichtet) oder nicht stimmen, ist auch keine weitere Interaktion mit deiner Seite gewünscht.

Fehler wie diese sind jedoch mit ordnungsgemäßer Pflege leicht zu vermeiden – Du musst Dich nur daran erinnern, hin und wieder Korrektur zu lesen.

Geiselnahme – Der Zwang zur Registrierung

Du kannst die beste Webseite der Welt aufbauen und ausschließlich interessanten Content posten – wenn Du Deine Besucher zwingst, sich zu registrieren, war alles umsonst.

Insbesondere, wenn es sich um den ersten Besuch handelt. Wenn Du unbedingt möchtest, dass man sich bei Dir registriert, solltest Du nicht mit der Tür ins Haus fallen. Eine kleine Besserung können Teaser darstellen: Zwar kann ein nicht-registrierter User nicht auf den gesamten Content zugreifen, doch reicht ihm eventuell auch ein kleiner Textabschnitt, in dem wichtige Informationen bereitstehen.

Wenn er doch weiterlesen möchte, kann er sich immer noch registrieren.

Wege aus dem Labyrinth – verwirrende Navigation

Du hast ein Problem und suchst im Internet nach einer Lösung. Du tippst dieses Problem zögerlich in die Suchleiste bei Google, das erste Ergebnis liefert scheinbar eine Antwort. Endlich! Du klickst auf den Link und stellst schnell fest, dass die Lösung für dein Problem dort nicht aufzufinden ist.

Aber bestimmt, wenn Du einen weiteren Link klickst. Gut, hier wohl auch nicht. Oder noch einen? Dieser führt zurück zur Startseite. Nachdem Du einige Minuten auf der Seite hin und hergehoppst bist, möchtest Du am liebsten nie wieder von ebendieser Website hören.

Wenn Deine Navigation verwirrend ist, könnte das Deine Seite sein! Aus diesem Grund solltest Du stets darauf achten, dass Unterseiten und ihre Verlinkungen alle funktionieren und auch gut strukturiert sind. Die Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit sind an dieser Stelle die wichtigsten Schlagworte.

Sonst fängst Du Deine Besucher zwar für einige Minuten, kannst danach aber sichergehen, dass sie sich zum letzten Mal haben blicken lassen.

Überraschung! – Pop-Ups und ihre Freunde

Wenn Du nicht gerade Bargeld, gratis Hundewelpen oder einen sehr interessanten Gutschein anzubieten hast, solltest Du Pop-Ups lieber vermeiden. Im Fernsehen kommt es vielleicht vor, dass Zuschauer planlos umherzappen und vielleicht auch mal bei einer Werbung hängenbleiben.

Im Netz allerdings sind die meisten konkret auf der Suche nach etwas – und wollen nicht gestört werden. Falls du Pop-Ups nutzen möchtest, solltest Du darüber nachdenken, sie als sogenanntes Exit Intent Modal einzubinden: Hierbei handelt es sich um Pop-Ups, die sich erst zeigen, wenn der Nutzer die Seite verlassen möchte.

An dieser Stelle kannst Du beispielsweise einen Absprung verhindern, indem Du noch die Anmeldung zu einem Newsletter oder einen Gutscheincode anbietest.

Ebenso nervig ist Musik oder Videos, die sich von selbst abspielen. Hier solltest Du jedoch nichts machen – außer, es sein zu lassen. Wer schon mal zwanzig offene Tabs im Browser durchsucht hat, um herauszufinden, wo die nervige Musik herkommt, wird an dieser Stelle wissend nicken.

Nicht mit der Zeit gehen – keine mobile Version der Website

Responsives Design ist ein schönes Stichwort, wenn es um Benutzerfreundlichkeit geht. Viele Menschen nutzen ihre Smartphones oder Tablets mittlerweile viel häufiger als ihren Desktop-PC. Hast Du Deine Seite nicht darauf optimiert, könntest Du Pech haben.

Denn nur selten ist eine Webseite tatsächlich so beliebt oder interessant, dass man sich die Mühe macht, sie auf dem Rechner noch einmal aufzurufen. Ist es also unmöglich, irgendetwas auf Deiner Seite am Handy zu lesen, musst Du Dich dringend darum kümmern.