„Googeln“ ist für uns eine solche Selbstverständlichkeit, dass sich das Wort gemeinhin als Begriff für „etwas im Internet suchen“ etablieren konnte. Das kann selbst der Duden bestätigen! Mit SearchGPT wandelt OpenAI seinen beliebten Chatbot zu einer Suchmaschine, welche die Informationsbeschaffung im Internet auf den Kopf stellen könnte: Statt lediglich eine Liste an Links bereitzustellen, die zu der Suchanfrage der Nutzer passen, setzt SearchGPT auf ein fortschrittliches KI-Modell, das die gewünschten Informationen in Echtzeit aufbereitet, zusammenfasst und so auf direktem Wege zugänglich macht. Wie das Ganze funktioniert und was es für die SEO-Welt bedeutet, klären wir in diesem Beitrag!
Was ist SearchGPT?
Obwohl die Suchalgorithmen von Google, Bing und Co. mit den Jahren immer komplexer geworden sind, ist das Ergebnis einer Suche weiterhin nur ein Versuch, sich der Suchintention des Nutzers anzunähern. Dafür kommt durchaus auch KI zum Einsatz. Die Ergebnisse, die eventuell passen könnten (mit Betonung auf: könnten) werden als Linksammlung dargeboten – die Bewertung ihrer Relevanz bleibt immer noch Aufgabe des Nutzers.
Daran ändern auch Funktionen wie der Knowledge Graph oder People Also Asked wenig: Hier werden nur Ergebnisse aufbereitet, aus denen sich eine kurze, knappe Antwort generieren lässt. Gerade bei komplexeren Themen, bei denen mehrere Quellen herangezogen werden sollten, braucht eine Recherche viel Zeit und Aufwand.
Hier kommt SearchGPT ins Spiel, welches seit Ende Oktober offiziell ausgerollt wird – zunächst war die Funktion für Premium-Nutzer verfügbar, Schritt für Schritt sollen aber auch alle anderen Accounts von ihr profitieren. Gemeint ist mit SearchGPT nicht jedoch eine eigene Suchmaschine, sondern die Integration von Echtzeit-Informationen in den ChatGPT-Dialog mit dem Nutzer. Auf diese Weise vereint OpenAI die Möglichkeiten generativer KI mit den klassischen Suchfunktionen: Das generative KI-Modell „versteht“ auch komplexere Anfragen und kann somit konversationsähnliche Antworten auf eine Vielzahl verschiedener Benutzeranfragen bieten – jetzt auch dann, wenn die Frage topaktuelle Informationen und nachweisbare Quellen erfordert. Statt die Links nur bereitzustellen, werden die sich auf ihnen befindlichen Inhalte zusammengefasst und direkt in die Antwort integriert. Die Quellenangaben werden zudem an passender Stelle aufgelistet. Wann eine Internetrecherche notwendig ist, entschiedet die KI übrigens selbst. Doch lässt sich diese Funktion auch mithilfe eines Prompts auslösen (z.B. „Nutze SearchGPT“ oder auch „/search“).
Vorteile von SearchGPT
Durch die Integration der Echtzeit-Internetsuche in OpenAIs Chatbot ergeben sich Vorteile, die den gängigen Suchmaschinen Konkurrenz machen und das User-Verhalten nachhaltig beeinflussen könnten. Einige davon:
- Inhalte aus vielen verschiedenen Quellen können in einer Antwort zusammengefasst werden, was viel Zeit bei der Recherche spart.
- ChatGPT ist in der Lage, auch Dialekte zu erkennen und Umschreibungen zu verstehen. Auf diese Weise können Informationen auch gefunden werden, ohne dass die Suchbegriffe explizit auf der Zielseite auftauchen. Die Suche wird somit besonders intuitiv.
- Die Suchanfragen können in jeder beliebigen Sprache gestellt werden; auch Quellen in ganz unterschiedlichen Sprachen können zu einer Antwort zusammengefasst werden.
- Zeitkritische Informationen zu komplexen Themen (beispielsweise Politik oder Wissenschaft) können per Prompt leicht verständlich erklärt werden.
- Die Ergebnisse sind je nach Wunsch individualisierbar – und lassen sich beispielsweise als Auflistung darstellen, in andere Sprachen übersetzen, mit Metaphern erklären und mehr. Dank der kürzlich integrierten Erinnerungsfunktion können die Ergebnisse in mancherlei Hinsicht gleich automatisch zugeschnitten werden.
- Um Transparenz und Qualität zu gewährleisten, setzt OpenAI auf die Kooperation mit hochwertigen Medien, darunter beispielsweise Verlagen wie Le Monde oder The Atlantic. Zudem werden sämtliche Ergebnisse mit Quellenangaben versehen, um das Vertrauen in die Antworten zu stärken.
- Mithilfe der ChatGPT App können natürliche, menschenähnliche Gespräche mit dem Chatbot geführt werden, was eine besonders bequeme Suche nach Echtzeit-Informationen ermöglicht.
orsichtsmaßnahmen – worauf du bei der Suche mit SearchGPT achten musst
Je bequemer und einfacher uns die Informationsgewinnung gemacht wird, desto weniger denken wir daran, die Ergebnisse auch tatsächlich zu prüfen. Suchmaschinen machen dieses Phänomen schon riskant genug, da im Grunde jeder im Internet publizieren kann und darf. Mit SearchGPT steigt das Risiko allerdings weiter an. So sind bei der generativen KI-Suchmaschine folgende Faktoren nicht zu vernachlässigen:
- Halluzination und Missverständnisse: Wie andere GenAI-Modelle kann auch SearchGPT sogenannte „Halluzinationen“ erzeugen, bei denen falsche Informationen überzeugend präsentiert werden. Ein Beispiel hierfür stammt unmittelbar aus der Demo des KI-Tools: Im Video war zu sehen, dass SearchGPT die falschen Daten einer Musikveranstaltung angegeben hatte.
- Fehlende Kontextualisierung: Indem die Daten unmittelbar bereitgestellt werden, kann es unter Umständen zu Missverständnissen kommen, wenn der Kontext fehlt. Das Risiko hierfür besteht insbesondere bei komplexen oder mehrdeutigen Anfragen.
- Vorurteile: KI-Modelle neigen dazu, bestehende Vorurteile und Stereotypen zu reproduzieren, da sie auf vorhandene Trainingsdaten zurückgreifen. Teils werden diese von Entwicklern sogar unbewusst eingefüttert. Das Phänomen ist als AI Bias
- Datenschutz: Bei der Nutzung von Inhalten, die über Drittanbieter bereitgestellt wurden, ist es schwierig, sicherzustellen, dass alle Datenschutzbestimmungen eingehalten werden.
So kann SearchGPT (wie auch ChatGPT zuvor) hervorragend genutzt werden, um verschiedene Themen intuitiv und benutzerfreundlich zu recherchieren – hundertprozentiges Vertrauen sollten die Ergebnisse jedoch auch mit Quellenangaben nicht erhalten. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte die bereitgestellten Nachweise prüfen. Insbesondere bei empfindlichen Themen (beispielsweise medizinischen Inhalten oder Rechtsfragen) sollte den Ergebnissen nicht blind vertraut werden.
Suchmaschinenoptimierung in den KI-nderschuhen: SEO für SearchGPT?
Die Einführung von SearchGPT könnte die Art und Weise, wie Menschen nach Informationen im Internet suchen, nachhaltig verändern – und damit zwangsweise auch die SEO-Landschaft. Denn mit der Suchmaschinenoptimierung ist ein ganzer Berufszweig entstanden, der sich auf die Feinheiten und Vorlieben des Google-Algorithmus fokussiert. Wer am Ball bleibt und die Entwicklungen rund um generative KI-Modelle als Suchmaschinen mitverfolgt, sollte jedoch nicht um seinen Job fürchten müssen. Viel eher ist es jetzt wichtig, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und auf sie zu reagieren. Insbesondere die klicklose Suchanfrage könnte der SEO-Branche gefährlich werden – durch die Bereitstellung direkter Antworten auf Anfragen ohne den Umweg über eine Linkliste könnten sich die Klickgewohnheiten der Nutzer langfristig verändern. Dies hat potenziell weitreichende Folgen für die Betreiber von Webseiten, die sich auf organischen Traffic verlassen. SEO-Strategien sollten deshalb neu überdacht und angepasst werden, damit sie im Ökosystem von SearchGPT erfolgreich bleiben können. Welche Faktoren genau wichtig werden, ist so früh definitiv noch nicht zu sagen. Einige Vermutungen lassen sich jedoch vorweg anstellen:
- Die robots.txt-Datei muss den Crawler-Zugriff von SearchGPT gestatten, damit Inhalte korrekt indexiert werden können. Ohne diesen Zugriff kann die KI die Inhalte weder lesen noch verwenden.
- Schnelle Ladezeiten sind nicht nur für eine positive Nutzererfahrung wichtig, sondern ebenso ein Faktor bei der Effizienz des KI-Crawlings.
- Es ist davon auszugehen, dass auch SearchGPT Content bevorzugt, der gut strukturiert ist, eine gute Lesbarkeit bietet und Themen tiefgehend behandelt. Der „Mehrwert“ für Nutzer wird wohl weiterhin ein zentrales Stichwort für Quality Content bleiben, an dem sich auch KI gerne bedient.
- Regelmäßige Aktualisierungen suggerieren Relevanz und die Vertrauenswürdigkeit deiner Inhalte.
- Eindeutige Quellenangaben, Verlinkungen und (je nachdem) Zitate zeigen der KI auf, dass es sich um verlässliche und geprüfte Inhalte handelt – was ebenso dazu beiträgt, dass sie im Dialog bei ChatGPT verwendet werden.
- Relevante Keywords helfen der Suchmaschine, den Inhalt als relevant einzuordnen.
- Während traditionelle Suchmaschinen Backlinks als maßgeblichen Faktor für das Ranking werten, könnten für SearchGPT auch textliche Erwähnungen ohne direkte Verlinkung relevanter werden.
Es ist davon auszugehen, dass es mit der Optimierung für SearchGPT ähnlich verlaufen wird wie auch mit der klassischen Suchmaschinenoptimierung: Einige Faktoren werden bekanntgegeben, andere wiederum im Laufe der Zeit von Marketingspezialisten erarbeitet – und nie abschließend bestätigt. Doch liegt nahe, dass SEO-optimierte Webseiten aufgrund ihrer nutzerfreundlichen Ausarbeitung schon jetzt einen kleinen Vorteil innehaben, um auch von SearchGPT berücksichtigt zu werden. Wer die wichtigsten SEO-Kriterien berücksichtigt, dürfte also schon bald auch von einem KI-Bot besucht werden!
SEO News
Unsere Academy versorgt dich mit News und Tipps zum Thema Online Marketing – für passionierte SEO-Marketer und solche, die es werden wollen.
Mit unseren E-Books bekommst du direkt umsetzbares SEO-Wissen. Trag dich kurz ein und leg los.

Wir bringen dich ganzheitlich nach vorn: mit starker SEO, performanter SEA, moderner KI-Sichtbarkeitsoptimierung (GEO/GAIO), effektivem Linkmarketing und professionellem Webdesign. Alles greift nahtlos ineinander für mehr Sichtbarkeit, mehr qualifizierte Klicks und messbar mehr Umsatz.




