OpenAI hat den offiziellen Start von Werbung in ChatGPT in den Vereinigten Staaten angekündigt – eine bedeutende Entwicklung für eines der weltweit beliebtesten Tools für künstliche Intelligenz mit mehr als 800 Millionen wöchentlichen Nutzern. Diese Entscheidung markiert einen Wendepunkt im Geschäftsmodell des Unternehmens und lässt eine baldige Ausweitung auf andere Länder, darunter Deutschland, erwarten.
Werbung für kostenlose und GO-ChatGPT-Konten
Die Werbung auf ChatGPT, auch ChatGPT Ads genannt, richtet sich vorerst an Nutzer kostenloser Konten sowie an Abonnenten des ChatGPT-Go-Tarifs. Letzterer positioniert sich als Zwischenabonnement: Er bietet mehr Funktionen und eine verbesserte Nutzererfahrung im Vergleich zum kostenlosen Konto, bleibt jedoch weniger umfassend und günstiger als ein klassisches kostenpflichtiges ChatGPT-Abonnement. Man kann ihn mit einem Dienst wie Netflix „Essentiell“ vergleichen: mehr Vorteile als eine kostenlose Version, aber ohne alle Privilegien eines Premium-Kontos.
Warum OpenAI auf Werbung setzt
OpenAI hat ChatGPT lange Zeit hauptsächlich über kostenpflichtige Abonnements und Partnerschaften finanziert, erkennt jedoch heute an, dass das Werbepotenzial einen erheblichen entgangenen Umsatz darstellt. Bei mehreren hundert Millionen Nutzern weltweit bedeutet der Verzicht auf die Monetarisierung bestimmter Nutzungserlebnisse, beträchtliche Einnahmen liegen zu lassen.
Ein Vergleich mit den Anfängen von Google liegt nahe: Die Suchmaschine bot allen einen kostenlosen Dienst an, erkannte jedoch schnell, dass gezielte Werbung ihr Wachstum finanzieren konnte, während der kostenlose Zugang für die breite Masse erhalten blieb. In ähnlicher Weise versucht OpenAI, seine Einnahmequellen zu diversifizieren, ohne die Nutzererfahrung oder den Zugang zu den wesentlichen Funktionen von ChatGPT zu beeinträchtigen.
Wie Werbung in ChatGPT integriert wird
Die Anzeigen erscheinen am unteren Rand der Antworten – ausschließlich dann, wenn sie inhaltlich zur Konversation passen. Sie werden klar als gesponsert gekennzeichnet und vom von der KI generierten Inhalt getrennt, sodass der Nutzer jederzeit erkennt, was von ChatGPT stammt und was Werbung ist.
Der Datenschutz bleibt eine Priorität: Gespräche werden niemals an Werbetreibende verkauft, und Nutzer können personalisierte Werbung deaktivieren. Anzeigen werden nicht in sensiblen Themenbereichen wie Gesundheit, Politik oder psychischer Gesundheit ausgespielt, und Minderjährige sehen keinerlei Werbung.
Die getesteten Formate sind einfach und unaufdringlich gestaltet, um das Nutzungserlebnis zu ergänzen statt zu stören. Langfristig erwägt OpenAI zudem, neue, interaktivere Formate zu testen, die die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz nutzen, um über klassische Online-Werbung hinauszugehen.
OpenAI möchte Nutzerfeedback sammeln und die Formate anpassen, um ein wirklich relevantes und nicht aufdringliches Werbemodell zu schaffen. Ziel ist eine stabile und ausgereifte Nutzererfahrung, doch wird es noch einige Monate dauern, bis die finale Version in großem Umfang ausgerollt wird.
Baldiger Start in Deutschland?
Während die Werbung derzeit auf die Vereinigten Staaten beschränkt ist, ist es wahrscheinlich, dass Deutschland bald folgt. Historisch gesehen werden neue Funktionen zunächst in den USA getestet und anschließend auf andere Märkte ausgeweitet – was darauf hindeutet, dass deutsche Nutzer in den kommenden Monaten Werbung in ChatGPT sehen könnten.
GEO und GEA: Sichtbarkeit von Marken in KI messen
Mit der Einführung von Werbung in ChatGPT wird es für Marken unerlässlich zu verstehen, wie sie von künstlichen Intelligenzen wahrgenommen und zitiert werden. Ein Vergleich mit dem Web bietet sich an: Im SEO und SEA beeinflusst die organische Sichtbarkeit direkt die Effektivität bezahlter Kampagnen. Anders gesagt: Es ist unmöglich, Anzeigen zu optimieren, ohne zuvor das organische Ranking zu verstehen.
Im KI-Umfeld gilt exakt dasselbe Prinzip. GEO (Generative Engine Optimization) bezeichnet die organische Sichtbarkeit einer Marke in von der KI generierten Antworten, während GEA (Generative Engine Advertising) für Werbung oder gesponserte Erwähnungen steht. Das Verständnis des GEO ist daher ein unverzichtbarer Schritt, um GEA zu optimieren und sicherzustellen, dass Werbekampagnen in KI-Systemen relevant und effektiv sind.
Wie ChatGPT die Markensichtbarkeit bereits beeinflusst
ChatGPT als informationeller Vermittler
Auch ohne Werbung spielt ChatGPT eine Schlüsselrolle in der User Journey. Die KI fasst Informationen zusammen und priorisiert sie, sodass Nutzer sofortige und verlässliche Antworten erhalten – oft noch vor einem Klick. Damit wird ChatGPT zu einem Einflussinstrument, mehr als zu einem reinen Distributionskanal. Warum die neue Customer Journey nicht mehr bei Google beginnt und was die Konsequenz davon ist, haben wir hier ausführlich zusammengefasst.
Logiken indirekter Empfehlung
Marken, die vom Modell genannt werden, profitieren von einem Halo-Effekt: Sie erscheinen als kompetent und vertrauenswürdig, was ihre Bekanntheit stärkt. Inhalte aus anerkannten Quellen werden bevorzugt, was Unternehmen dazu anregt, hochwertige und glaubwürdige Inhalte zu produzieren.
Zentrale Elemente indirekter Einflussnahme:
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Nennungen von Marken
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Überrepräsentation glaubwürdiger Quellen
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Halo-Effekt auf die Wahrnehmung von Expertise
Transformation der User Journey
Der Weg beginnt mit einer konversationellen Frage, gefolgt von einer zusammengefassten Antwort, manchmal mit Markennennung, und kann in einer schnellen Entscheidung münden – häufig ohne Klick. ChatGPT verändert somit grundlegend, wie Nutzer Marken entdecken und bewerten.
Wie man seine Sichtbarkeit auf ChatGPT schon jetzt verbessern kann
Noch bevor sich Werbung in ChatGPT flächendeckend etabliert, können Marken bereits Maßnahmen ergreifen, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und sicherzustellen, dass ihre Inhalte und Botschaften von KI-Systemen korrekt wahrgenommen werden.
LLM-kompatible Inhalte strukturieren
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Expertenhafte, faktenbasierte und belegte Inhalte produzieren,
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präzise Fragen klar beantworten,
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auf semantische Strukturierung und gute Lesbarkeit achten.
In von Modellen bevorzugten Quellen präsent sein
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Vergleichsportale,
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eigene Studien,
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öffentliche Wissensdatenbanken (Wikipedia, Wikidata usw.).
KI-Sichtbarkeit auditieren
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mithilfe eines GEO-Audits identifizieren, bei welchen Prompts die Marke erscheint oder nicht,
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sichtbare Wettbewerber analysieren,
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verstehen, welche Quellen die generierten Antworten speisen.
Häufige Fragen
Wer sieht die Werbung in ChatGPT?
Derzeit ausschließlich amerikanische Nutzer kostenloser Konten und des ChatGPT-Go-Tarifs. Vollständig zahlende Abonnenten sehen keine Werbung.
Beeinflusst Werbung die Antworten der KI?
Nein. Anzeigen sind vom von ChatGPT generierten Inhalt getrennt und beeinflussen die Antworten nicht.
Werden Gespräche zur Werbeaussteuerung genutzt?
Nein. OpenAI verkauft keine Gesprächsdaten an Werbetreibende, und personalisierte Werbung kann vom Nutzer deaktiviert werden.
Wann kommt Werbung in ChatGPT nach Deutschland?
OpenAI testet Werbung zunächst in den USA. Deutschland dürfte nach der Test- und Anpassungsphase in den kommenden Monaten folgen.
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