Von Alexa bespaßen lassen, mit Eva duschen gehen – künstliche Intelligenz und das Konzept der Heimvernetzung können einen Menschen mittlerweile durch seinen ganzen Alltag begleiten. Mit (Frauen-)Namen, die viele Menschen in ihrem Bekanntenkreis wiederfinden, generieren die Hersteller der programmierten Assistenten eine enge Bindung an den Nutzer. Kundennähe ist auch im Online-Marketing hoch im Kurs – und kann von KI, Algorithmen und maschinelles Lernen einfacher aufgebaut und gefestigt werden, als je zuvor.

Wissen, was der Kunde will – bevor er es weiß

Für Marketingmenschen aller Art ist vor allem eines interessant: Daten! Und an genau dieser Stelle können verschiedene Arten von KI nützlich werden. Ihre Paradedisziplin ist eben das, was für erfolgreiche Werbung essentiell ist – das Erfassen, Auswerten und Deuten von Datensammlungen. Wofür selbst ein erfahrener Werbeprofi einiges an Zeit braucht, ist mithilfe von künstlicher Intelligenz blitzschnell vollbracht. Somit lässt sich das Konsumverhalten des Kunden vorhersagen und die Werbung dementsprechend an seine Bedürfnisse anpassen. Gleichzeitig können Werbeplätze in kürzester Zeit einfach ausprobiert und somit die geeignete Platzierung ausgewählt werden. Komplexere Algorithmen können allerdings sogar noch mehr für Dein Unternehmen tun. Anhand gesammelter Daten entwickeln sie sich stetig selbst weiter. Auf diese Weise ist es ihnen nicht nur möglich, das Kaufverhalten einer bestimmten Zielgruppe zu analysieren.

Sie können die Zielgruppe sogar ermitteln, noch ehe sie besteht: beispielsweise, indem anhand bestehender Datensätze Profile für theoretische Interessenten angelegt und auf dieser Grundlage die besten Werbestrategien ermittelt werden können. Allerdings birgt „Programmatic Buying“ auch potentielle Gefahren, die nicht außer Acht gelassen werden sollen. Noch nicht allzu dramatisch, aber dennoch unangenehm bekam dies die Supermarkt-Kette Target zu spüren. Desinfektionsgel, Nahrungsergänzungsmittel… ein Teenager kaufte immer wieder Produkte, die auch bei Schwangeren im Einkaufskorb landen. Target sendete dem Mädchen daraufhin personalisierte Werbung für werdende Mütter – und enttarnte die Teenie-Schwangerschaft somit vor der Familie.

Content nach Maß

Doch nicht nur im Vertrieb kann künstliche Intelligenz in Sachen Online-Marketing punkten. Ebenso lässt sich mit ihrer Hilfe personalisierter Content erstellen, der dem Nutzer genau das bietet, was ihn interessiert. So lässt sich beispielsweise die Öffnungsrate von Newslettern erhöhen – ob Geburtstagswünsche, Veranstaltungsempfehlungen im Umfeld oder Vorschläge für Themen, die beim Nutzer gut ankommen könnten. Ein Spielmittel sind hierbei personalisierte URLS (kurz: PURLs), die zu einer individuell auf den Betrachter angepassten Landing Page führen. Denkbar wäre auch, dass Zeitungen und Nachrichtenportale in Zukunft die Reaktionen der User auswerten und eine personalisierte Startseite erstellen, die nur noch anzeigt, was auch gelesen wird. Hierbei ergibt sich natürlich auch ein vorteilhafter psychologischer Effekt: Man fühlt sich verstanden. Eine Website, mit der sich der User identifizieren kann, verspricht eine deutlich höhere Bindung. Doch nicht nur, was die Verteilung von Content anbelangt, können Maschinen im Online-Marketing jede Menge Zeit sparen. Auch die Erstellung von Content kann zu großen Teilen automatisiert werden. Selbst interessante, lesenswerte Texte lassen sich heutzutage ohne Probleme von KI erstellen und kaum von einem Erzeugnis menschlicher Arbeit unterscheiden. Doch ist auch an dieser Stelle definitiv Vorsicht geboten: Natürlich wird der maschinell erstellte Content zunächst geprüft werden. Ist dieser allerdings über längere Zeit perfekt, könnte es sein, dass die Prüfung mit der Zeit etwas nachlässiger wird – und offensichtlicher Quatsch über längere Zeit auf der Website stehen bleibt.

Künstliche Intelligenz als helfende Hand

kuenstliche_intelligenz_helfende_handWer schon einmal genervt den Hörer beiseite gelegt hat, weil er die Wartemusik beim Support eines Unternehmens nicht mehr ertragen konnte, dürfte mit Freuden in die Zukunft blicken. Auch, was Serviceleistungen angeht, wird künstliche Intelligenz gut und gerne eingesetzt. Nicht alle Serviceanfragen müssen individuell gelöst werden. Insbesondere im Internet, wo eine gute Nutzererfahrung meist auf schnellen, responsiven Lösungen aufbaut, sind lange Wartezeiten ein echtes Problem. Aus diesem Grund viele Unternehmen auf Chatbots, die sich durch die Kommunikation mit Kunden weiterentwickeln und somit Probleme lösen können, ohne dass ein Mitarbeiter eingeschaltet werden muss. Auf diese Weise werden weitere Kommunikationswege wie E-Mail oder Telefon entlastet und die Wartezeiten verkürzt. Ebenso lassen sich mithilfe von Chatbots beispielsweise Bestellungen nachverfolgen oder aufgeben. Da sich die Bots, wie bereits erwähnt, auch von Kundenanfragen speisen, wird auch das Vokabular immer wieder erweitert, was sie mittlerweile sehr realistisch und freundlich erscheinen lässt – und ein Mitarbeiter weniger muss sich mit unangenehmen Kunden herumärgern.

Die volle Kontrolle mit Insights

Die unangefochtene Spezialität künstlicher Intelligenz ist ihre schnelle Auffassungsgabe, was Daten anbelangt. Ohne großen Aufwand können Datensätze aus unterschiedlichen Zeitperioden miteinander verglichen und auch gleich ausgewertet werden. Was die richtige Beurteilung der gesammelten Daten anbelangt, ist die Maschine dem Menschen schon seit längerer Zeit voraus. Für das Online-Marketing ergeben sich so unzählige Chancen:  Mit detaillierten Angaben zur Customer Journey lassen sich Algorithmen programmieren, die das Monitoring aller Kanäle vereinfachen und Aufschluss darüber geben, wie die anstehenden Marketingmaßnahmen und das Budget aufgeteilt werden sollen. Auch können die für das Marketing verantwortlichen Personen die bisherigen Erfolge einsehen und von einer deutlich besseren Planbarkeit profitieren.

KI in sozialen Medien

Algorithmen sind in sozialen Netzwerken keine Neuheit. Sogenannte Social Bots sind in der Lage, per Bilderkennung Logos Firmen zuzuordnen. Als „Brand-Tracker“ eingesetzt können sie beispielsweise alarmieren, dass negative Rezensionen (Produktschäden oder Fehlproduktionen) massenhaft verbreitet werden und den Verantwortlichen Handlungsbedarf suggerieren. Ebenso bestimmen Algorithmen in vielen Netzwerken, welche Beiträge auf der Startseite des Nutzers angezeigt werden und welche nicht.